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Whiskyverkostung: Highland Park 12 Jahre

Heidekraut, Sherry, Honig


Bewertung

Highland Park 12Hallo lieber Leser,

Anfangs möchte ich einmal erwähnen, dass ich bei dieser Rezension meinen eigenen Geschmack wiedergebe und Ihnen damit nur einen Anhaltspunkt zur ungefähren geschmacklichen Richtung des Whiskys geben kann. Deshalb möchte ich gerne noch etwas das Hintergrundwissen zu diesem spezifischen Tropfen und der dahinterstehenden Brennerei vermitteln. Meiner Meinung nach trägt das Wissen über einen Whisky deutlich zum Verständnis über die Aromen und den Geschmack des Whiskys bei. Schauen wir uns den Highland Park 12 also genauer an:

► Brennerei◄

Die Geschichte der Brennerei Highland Park, begann 1798 als ein Pfarrer (Magnus Eunson) anfing auf dem Gelände der heutigen Brennerei schwarz zu brennen. Highland Park ist somit eine der ältesten (noch produzierenden) in ganz Schottland. Sie liegt weit oben im Norden, in Kirkwall auf den Orkney Inseln und ist damit die nördlichste Brennerei Schottlands. Das Wasser für die Highland Park Whiskys stammt aus einem alten Steinbruch der von einer unterirdischen Quelle gespeist wird. Die Destillerie ist eine der wenige die noch ihre eigene Mälzerei betreibt. Allerdings muss dazu gesagt werden das hier nur ein geringer Teil des Malzes hier verarbeitet wird, der Rest wird vom schottischen Festland zugekauft. Das besondere allerdings ist, dass das Malz über einem Torffeuer gedarrt wird und somit eine gewisse Rauchigkeit und Komplexität in den Whisky gelangt. Hier muss noch hinzugefügt werden, dass das Torf auf den Orkney Inseln mit Heidekraut überzogen ist was zum charakteristischen und besonderen Geschmack der Highland Park Whiskys beitragen könnte.
Gebrannt wird in der Destillerie mit sehr bauchigen Brennblasen, die auf einen kräftigen Whisky hoffen lassen.

Zur Reifung setzt setzt man beim Highland Park 12 auf eine Mischung aus Ex-Bourbon und Sherryfässern.
Geschmacklich ist der Whisky schwer einzuordnen, ich würde ihn als Mischung aus Highland- und Inselwhisky betrachten.
Kommen wir nun zur Verkostung:

► Farbe ◄

kräftiges, leicht ins Bernstein gehende Goldgelb

► Aroma ◄

Anfangs ganz leichte, angenehme Rauchnote die aber sehr bald einem duftenden Heidekraut und einer wohltuenden Honigsüße weichen. Außerdem fruchtige Sherry-Noten und etwas Orangeschale. Insgesamt sehr rund und ausgeglichen in der Nase.

► Geschmack ◄

Im Geschmack ist der Rauch etwas deutlicher zu spüren. Bindet sich allerdings wunderbar in Süße Honignoten ein. Das in der Nase duftende Heidekraut ist auch im Geschmack deutlich wieder zu erkennen. Eine leicht würzige Note aus den europäischen Eichenfässern (Sherryfässern) ist ebenfalls zu vernehmen.

► Abgang ◄

Mittellang, leicht trocken, Heidekraut, etwas Rauch, wärmend und wohltuend

► Fazit ◄

Meiner Meinung nach ist der Highland Park 12 überaus gelungen und für sein Alter absolut spitze. Er ist wunderbar abgestimmt im Aroma und im Geschmack wird aber trotzdem nie langweilig. Die Sherry-Fässer verleihen dem Whisky eine schöne Süße zusammen mit dem sehr dezenten Rauch ein wunderbares Geschmackserlebnis. Für Anfänger die schon ein, zwei andere Whiskys probiert haben auf jeden Fall als Einstieg in die Welt der rauchigen Whiskys zu empfehlen.
Genieße diesen Whisky persönlich immer wieder sehr gerne und er erhält aufgrund des Preis/Leistungsverhältnisses eine klare Kaufempfehlung und 5 Sterne von mir.

PS: Guten Whisky, bitte artgerecht behandeln:
– Auf Zimmertemperatur ohne Eis genießen (wenn der Whisky kalt ist beeinträchtigt das die Geschmacksnerven -> weniger Geschmack)
– Am besten Nosingglas benutzen (keine Tumbler in denen das ganze schöne Aroma verloren geht)
– Zeit für den Whisky nehmen; lange genug riechen um die Aromen zu erfassen(vor und nach dem probieren); einige Sekunden im Mund behalten um die Geschmäcker und deren Entwicklung beurteilen zu können; mit Whisky beschäftigen (Herkunft, Inhalt, was erwarte ich von dem Whisky?); dem Whisky auch mal Zeit geben sich zu entfalten um eventuell mehr zu riechen
– mit dem Whisky experimentieren; evtl. etwas Wasser zugeben; manchmal tut das einem Whisky sehr gut und er öffnet sich mit all seinen Aromen und Facetten

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