Produkttests Technik

Produkttest: Blaupunkt MotoPilot 43 EU LMU Motorrad Navigation

Motorradnavi mit guter Funktion – Software etwas altmodisch – Touchscreen nicht so gut


Bewertung

In dieser Rezension werde ich euch das Motorrad Navigationssystem Blaupunkt Motopilot 43 EU LMU einmal genauer vorstellen.
Ich habe das Produkt kostenlos vom Hersteller für einen Produkttest zur Verfügung gestellt bekommen, was sich sehr gut trifft, denn bisher habe ich lediglich mit meinem Android-Smartphone navigiert.

Das Besondere an diesem Gerät sind die lebenslangen Karten-Updates. Dazu aber später mehr!

Blaupunkt Motopilot 43 EU Verpackung

►► Verpackung und Inhalt

Das Navigationssystem kommt in einer verhältnismäßig großen, bedruckten Kartonumverpackung, auf der die wichtigsten Informationen bereits zu finden sind.

Öffnet man die Verpackung, sticht einem zu aller erst das Gerät der Begierde in die Augen, das weich gebettet in seinem Schaumstoffrahmen liegt.

Blaupunkt Motopilot 43 EU Verpackungsinhalt
Darunter findet man dann noch allerlei Zubehör:
Ladeschale inkl. kabelgebundenem GPS-Empfänger und Anschlussstecker für das 5V Ladegerät
Netzteil inkl. Anschlusskabel für die Batterie
Kugelkopfhalterung für Rohrlenker aus Metall inkl. Klebepads um den Lenker vor verkratzen zu schützen
Passendes Mini-USB Kabel zum Laden und zur Datenübertragung

Blaupunkt Motopilot 43 EU Anschlusskabel Blaupunkt Motopilot 43 EU Ladeschale Blaupunkt Motopilot 43 EU Halterung

Außerdem zu finden sind noch ein 5€ Coupon für die POIbase Software, ein Bluetooth Quick Guide, eine Schnellstartanleitung und eine kleine Bedienungsanleitung. Die vollständige Bedienungsanleitung – welche übrigens sehr ausführlich ist – ist nur online abrufbar und liegt dem Gerät nicht bei.

►► Design

Die Optik des Blaupunkt Motopilot 43 gefällt mir ausgesprochen gut. Alles ist sehr schlicht, modern und in einem dunklen Grau gehalten. Es ist zudem ein kleiner Sonnenschirm angebracht der, das 4,3“ große, hintergrundbeleuchtete, handschuhbedienbare Touch-Display mit einer Auflösung von 480×372 etwas vor hellem Licht von oben schützen soll.

Unter dem Display befindet sich der einzige oft benötigte Hardwaretaster an dem Gerät, der lediglich zum Ein- und Ausschalten des Navis verwendet wird.
Auf der linken Seite sind, unter einer Gummiabdeckung, die Anschlüsse versteckt. Hier befinden sich ein (leider) MINI-USB Anschluss, ein Micro-SD Karten Einschub und der winzige Resetknopf, welcher nur mit einem dünnen spitzen Gegenstand betätigt werden kann und mit dem man das Gerät auf die Standardeinstellungen zurücksetzen kann.
Warum hier ein Mini-USB Anschluss angebracht wird, anstatt dem heute sehr üblichen Micro-USB Anschluss, wie er an fast jedem Smartphone eingesetzt wird, ist mir ein Rätsel.
Auf der Rückseite sind dann noch die Kontakte für die Ladeschale zu finden, der Lautsprecher und ein kleines Gewinde, mit der das Navi in der Ladeschale befestigt wird.

In dem Navigationssystem arbeitet übrigens ein Cortex A7 Prozessor mit 800 MHz, 128 MB DDR und 8 GB Flash Speicher. Bluetooth ist auch mit an Bord und versorgt wird alles aus einem 1.500 mAh starken und fest verbauten Lithium Polymer Akku, welcher bei Navigation etwas länger als 3h, ohne Anschluss an den Strom durchhält. Das Gerät ist zudem spritzwassergeschützt nach IP-X7 Norm.

Die Ladeschale ist schwarz und aus Hartplastik. Es handelt sich hierbei um eine Halterung in der das Navigationsgerät automatisch geladen wird. Hierfür ist auf der Rückseite ein knapp 50cm langes Anschlusskabel mit Stecker angebracht. Außerdem verfügt Sie über einen Empfänger, der vermutlich zum Empfang von FM-TMC Verkehrsmeldungen gut ist. Zum Einsetzen des Navis wird es einfach fest in die Schale gedrückt, bis es mit einem hörbaren Klicken einrastet, einmal in der Ladeschale wird die Rändelschraube auf der Rückseite vorsichtig in das Navi eingedreht um es zusätzlich zu sichern. Hierbei sollte wirklich mit Vorsicht vorgegangen werden, denn die Messingbuchse im Navigationsgerät zieht sich leicht aus dem Gerät, wenn die Schraube zu fest angezogen wird. Das ist nicht gut gelöst, die Buchse im Navi ist einfach schlecht und nicht fest genug eingesetzt.

Das Netzteil welches die 12 – 24V Bordspannung des Motorrads in 5V transformiert, ist relativ klein und schlank gehalten, damit ist in jedem Motorrad seinen Platz findet. Das Anschlusskabel mit der dazugehörigen Buchse, welches Richtung Ladeschale geht, ist dabei etwa 1,20m lang. Das Anschlusskabel, welches Richtung Batterie geht, ist dabei etwa 70cm lang. Es verfügt allerdings nur über zwei Blanke Adern. Hier muss jeder selbst schauen wo er die am besten anschließt (passendes Werkzeug benötigt). Etwas schade finde ich es hier, dass keine Vorsicherung verbaut wird. Ich persönlich habe eine Vorsicherung (2A) eingebaut und würde dies auch jedem empfehlen.

Nun noch zur Metallhalterung:
Sie ist aus Metall gefertigt und schwarz lackiert, allerdings nicht überall. Auf der Innenseite sind einige Stellen blank geblieben. Insgesamt wirkt die Halterung sehr stabil, aber sonderlich gut gefällt sie mir nicht. Irgendwie zu groß, Irgendwie zu schwer. Außerdem ist die Halterung nicht „symmetrisch“ aufgebaut. Sagen wir mal, sie hat eine „schöne Seite“, die nach Möglichkeit nach außen zeigt. Dies ist der Fall, wenn sie am linken Lenker angebracht wird. Ist die Montage auf dieser Seite nicht möglich, kann die Halterung auch am rechten Lenker angebracht werden, allerdings schaut die „hässliche Seite“ dann nach außen. Einfach mal die Bilder anschauen, dann weißt du, was ich mit „schöner“ und „hässlicher“ Seite meine.

►► Software, Bedienung und Praxis

Nach dem ersten Start wird man zuerst einmal durch die wichtigsten Einstellungen wie Sprache, Datum, Uhrzeit, Navigationssprache, Routeneinstellungen, Einheiten etc. geführt. Schon bei der ersten Benutzung fällt der recht schlechte Touchscreen aus, so ganz habe ich sein Geheimnis noch nicht gelüftet. Im Allgemeinen ist es eher Zufall ob er scrollt oder klickt, dadurch entstehen leider recht häufig Eingabefehler. Auch ist das Display nicht sehr sensibel, man muss schon „drücken“ damit etwas passiert. Zu Gute halten muss man dem Display zumindest, dass es mit Handschuhen genauso „gut“ zu bedienen ist wie ohne.

Allgemein wirkt die aufgespielte Software eher altbacken. Meiner Meinung auch kein Wunder, denn verwendet wird hier Windows Embedded CE 6.0. Zur Erklärung. Windows Embedded ist eine Betriebssystemlinie von Microsoft, welche vor allem für Handhelds, Thin Clients und sonstige eingebettete Systeme entwickelt wurde. Klingt ja eigentlich ganz vernünftig. Allerdings handelt es sich bei der Version CE 6.0 um eine – im Informatikalter – sehr alte Version. Sie ist nämlich vom September 2006. Warum hier auf dermaßen alte Software zurückgegriffen wird, kann ich mir nicht wirklich erklären. Wenn schon keine Android oder Linuxversion, warum dann nicht wenigsten eine aktuelle Windows Embedded Version?

Naja wie auch immer. Mal abgesehen vom Design der Software, das mir nicht allzu gut gefällt, finde ich sie ansonsten ansprechend, denn es werden einfach viele Funktionen umgesetzt, die ich als Motorradfahrer sehr schätze.

Dazu gehören unter anderem die verschiedenen Routenprofile (Schnell, Leicht, Kurz, Sparsam, Kurvenreich). Besonders gefällig ist natürlich das Profil Kurvenreich, welches übrigens noch in drei verschiedenen Ausprägungen ausgewählt werden kann. Aber auch ein Höhenprofil der geplanten Strecke, kann angezeigt werden. Auch sehr wichtig und erwähnenswert ist, dass auch Routen am PC geplant und anschließend auf das Navi übertragen und abgefahren werden können. Somit spart man sich den Ärger mit dem Touchscreen und kann seine Route wirklich genau so planen, wie man sie haben möchte.

Aber auch die Navigationsanzeige selbst ist sehr übersichtlich und beinhaltet die wichtigsten Informationen. Was mir zudem sehr positiv aufgefallen ist, die Satellitenverbindung steht sehr schnell und fällt so gut wie nie aus, der Empfang ist also ausgesprochen gut. Auch ist anzumerken, dass die Navigation sehr flüssig und ohne jegliches Stottern abläuft, was sehr angenehm ist. Die benötigte Zeit zur Routenberechnung fällt ebenfalls angenehm kurz aus.

Der TMC-Staumelder funktionierte bei mir einwandfrei. Ob ein Stau umfahren werden soll oder nicht, kann individuell angepasst werden (erst bei bestimmter Zeitersparnis und ob automatisch oder erst nach manueller Bestätigung umfahren werden darf).
Allgemein ist zu sagen, dass dieses Navi umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten bietet und sich somit gut personalisieren lässt.

►► Update der Karten und Software

Um Updates für das Gerät zu erhalten muss man sich und sein Navi erst einmal online registrieren. Die Registrierung geht schnell von statten und benötigt bis auf Namen und Emailadressen keine persönlichen Angaben.
Anschließend muss allerdings noch die passende Software gedownloadet und installiert werden (Kompatibel mit Windows 7, 8 und 10).
Die Software ist einfach aufgebaut, gut nutzbar und begleitet einen durch die einzelnen Schritte des Updates.

Blaupunkt Motopilot 43 EU Software

Das Programm wird gestartet. Anschließend schaltet man sein Navigationsgerät ein bis es vollständig hochgefahren ist. Danach einfach mit dem mitgelieferten Kabel an den PC anschließen.
Ich habe 2 Update-Pakete erhalten: Fehlerbehebungspaket und Kartenupdate

Bevor man das Update allerdings ausführt, wird empfohlen ein Backup anzulegen, was direkt in der Software erledigt werden kann, lediglich etwa Zehn Minuten dauert und einige GB an Speicherplatz belegt.
Die eher zermürbende Aktion folgt danach. Das Update an sich nimmt dann schon deutlich mehr Zeit in Anspruch. Bei mir hat der komplette Vorrang (mit einer 100.000er Internetleitung) über eine Stunde gedauert.
Aber was solls, man muss währenddessen ja nicht am Computer sitzen, sondern kann sich anderen Dingen widmen.

Nachdem das Update abgeschlossen war funktionierte das Navi sofort wieder ohne jegliche Probleme. Allerdings zeigt mir die Software immer noch die beiden Updates an. Leider sieht man weder ein Veröffentlichungsdatum des Updates noch einen Versionshinweis oder sonstiges. Somit kann ich nicht genau sagen, ob das nun einfach zwei neue Updates sind oder das Gerät die gleichen Updates noch einmal herunterladen möchte.

►► Fazit

Insgesamt muss ich sagen, gefällt mir das Blaupunkt Motopilot 43 ganz gut, vor allem, wenn man den vergleichsweise günstigen Preis des Geräts mit in die Bewertung einfließen lässt.

Die Navigation, also das was das Gerät eigentlich können soll, funktioniert einwandfrei und ist sehr gut für Motorradfahrer geeignet. Viele Einstellungsmöglichkeiten. Spritzwasserschutz. Stabile GPS-Verbindung. Lebenslange Karten-Updates (was übrigens 30 Jahre bedeutet). Ladeschale inkl. aller Anschlüsse enthalten. Gut mit Handschuhen bedienbar.

Leider hat das Gerät auch einige Schattenseiten: Alte, nicht sehr schöne Software und der schwer bedienbare Touchscreen sind wohl die größten Mängel. Allerdings lässt sich damit gut leben, denn im Normalfall tippt man am Anfang des Tages sein Ziel ins Navi oder lädt eine Route und schaltet es am Ende des Tages wieder ab. Alle Stunden dazwischen funktioniert das Gerät einwandfrei und ohne Beanstandungen.

Deswegen kann ich hier ohne Gewissensbisse 3 Sterne geben!

Vielen Dank fürs Lesen meiner Rezension und ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen!

2 Kommentare zu “Produkttest: Blaupunkt MotoPilot 43 EU LMU Motorrad Navigation

  1. Wer dieses Navi per Bluetooth mit einer heute zeitgemäßen, multipoint-fähigen Gegensprechanlage koppeln möchte, wird eine herbe Enttäuschung erleben. Das Motopilot 43 (als auch der Vorgänger) sind nicht im der Lage, während den Ansagepausen den Kanal freizugeben. Mit der Folge, dass alle weiteren –gekoppelten- BT-Quellen, wie Smartphone/BT-MP3-Player , etc. durch das „Dauersenden“ des MP 43 blockiert werden.
    Bisher ist es dem Hersteller –trotz Hinweisen- auch nicht gelungen, dieses Manko zu beheben.

    • Marcel Pabst

      Hallo Suzi-Biker,

      Vielen Dank für deinen Hinweis. Für alle die dieses Feature benötigen natürlich eine schlechte Nachricht und eigentliche ein K.O. Argument für das Navigationsgerät.

      Ich persönlich nutze bisher keine Gegensprechanlage oder sonstiges Bluetoothgerät, wesehalb mir dieses Problem gar nicht aufgefallen ist.

      LG Marcel

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